Kontext: Dokumentation Räte

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Dokumentation der Memminger Ratsmitglieder

In mehreren Schritten wird das Stadtarchiv - beginnend mit dem Tag der Archive im März 2014 - wichtige Daten über Mitglieder reichsstädtischer und städtischer Gremien veröffentlichen (Lebensdaten, Zugehörigkeit zu Gremien, Amtszeiten und Wahlperioden).

Die zum Tag der Archive 2014 veröffentlichten Online-Dokumentation 1919-1945 und 1946-2014 bedürfen noch zahlreicher Ergänzungen (z.B. zum ehrenamtlichen Engagement in Vereinen und Verbänden). Bei lebenden Personen wurde von einer Veröffentlichung der Geburtsdaten abgesehen.

Zu einem späteren Zeitpunkt ist vorgesehen, die Dokumentation auf die 1972-1978 eingemeindeten Dörfer Amendingen, Buxach, Dickenreishausen, Ferthofen, Steinheim und Volkratshofen (Gemeinderäte) sowie die Memminger (Ober-)Bürgermeister auszudehnen.

Das Projekt "Ratsmitglieder" ist in mehrere Abschnitte geteilt:

Ratsmitglieder 1347-1551 (Rat der Zunftverfassung)

Im Zeitraum von der Einführung der Zunftherrschaft in Memmingen bis zum kaiserlichen Eingriff in die Stadtverfassung 1552 saßen neben den zwölf Zunftmeistern der Reichsstadt weitere zwölf hinzugewählte Personen im Rat. Auf der Basis der Amts- und Dienstleuteverzeichnisse (A Bd. 1ff.) sind die Namen und Amtszeiten der Räte bereits erforscht (vgl. Peter Eitel: Die oberschwäbischen Reichsstädte im Zeitalter der Zunftherrschaft, Stuttgart 1970, Memminger Ämterlisten 1440-1570 siehe S. 191 ff.).

Ratsmitglieder 1551-1804 (Kleiner Rat)

Nach der Niederlage der Protestanten im Schmalkaldischen Krieg griff Kaiser Karl V. in die Verfassung der Reichsstädte ein. Die Zünfte wurden abgeschafft. Im personell reduzierten Kleinen Rat hatten fortan die patrizischen Mitglieder eine Zwei-Drittel-Mehrheit. Trotz der relativ guten Überlieferung (Amts- und Dienstleuteverzeichnisse mit wenigen Lücken) wurden bislang keine Verzeichnisse der Ratsmitglieder dieser reichstädtischen Epoche erarbeitet.

Ratsmitglieder 1804-1818 (Verwaltungsrat)

Nach der Mediatisierung der Reichsstadt gab die kurbayerische Regierung der Stadt Memmingen eine neue Stadtverfassung, die einen (mit eher wenigen Kompetenzen ausgestatteten) Verwaltungsrat unter der Aufsicht eines königlichen Polizeikommissars vorsah. Die Verwaltungsratsmitglieder sind in den erhaltenen Protokollbänden erhalten. Eine gesonderte Bandserie dokumentiert die Tätigkeit des Polizeikommissars.

Ratsmitglieder 1818-1919 (Gemeindebevollmächtigte)

Auf der Grundlage eines an Vermögen und Gewerbe orientierten Wahlrechts wurden im Königreich Bayern Gemeindebevollmächtigte gewählt - jeweils ein Drittel nach Ablauf eines Drittels einer jeweils sechsjährigen Amtsperiode. In den Akten des Stadtarchivs finden sich Akten zur Besetzung des Kollegiums sowie dessen Protokollbände. Zudem sind die Namen der Gemeindebevollmächtigten in Chroniken (u.a. Clauß-Döderlein-Chronik 1826ff.) und Verwaltungsberichten (1871 ff.) verzeichnet.

Ratsmitglieder 1818-1919 (Magistrat)

Als Leitungs- und Verwaltungsgremium wählten die Gemeindebevollmächtigten den Stadtmagistrat, dem auch Bürgermeister und Rechtsrat angehörten. Die vollständig erhaltenen Protokollbände bieten zusammen mit Chroniken, Verwaltungsberichten und -akten eine gute Quellengrundlage für die Erstellung eines Verzeichnisses aller Magistratsräte bis zum Ende des 1. Weltkrieges.

Ratsmitglieder 1919-1945 (Stadtrat)

Ratsmitglieder 1919-1945
Umschlag Ratsmitglieder 1919-1945

Nach der Revolution 1918 wurde die Gemeindeverfassung auf eine neue Grundlage gestellt. An die Stelle des Kollegiums der Gemeindebevollmächtigten und des Magistrats trat ein Stadtrat. In der Zeit des Nationalsozialismus werden andersdenkende Stadträte ausgeschlossen und schließlich die "Ratsherren" per Ernennung berufen. Damit geht gleichzeitig ein rapider Verlust kommunaler Kompetenzen einher. Die Online-Dokumentation des Stadtarchivs wurde anlässlich des Tages der Archive 2014 als Beta-Version erstmals erarbeitet und bezieht sowohl demokratisch legitimierte wie auch undemokratisch berufene Ratsmitglieder  mit ein. Korrekturen und Ergänzungen sind jederzeit willkommen.

Ratsmitglieder 1946-2014 (Stadtrat)

Ratsmitglieder 1946-2014
Umschlag Ratsmitglieder 1946-2014

Auf der Basis einer vorläufigen, ab 1952 der heute gültigen (allerdings mehrfach geänderten) Gemeindeordnung des Freistaates Bayern wurden Stadträtinnen und Stadträte für eine zunächst vierjährige, ab 1960 sechsjährige Wahlperiode gewählt. Die Online-Dokumentation wurde anlässlich des Tages der Archive 2014 erarbeitet. Das Verzeichnis der Ratsmitglieder basiert auf amtlichen Unterlagen (Bestand B Akten und Wahlbekanntmachungen) sowie Unterlagen der Parteien und Wählergemeinschaften (Bestand E Wahlprogramme).