Kontext: Histor. Buchbestände (17./18. Jahrhundert)

Stadtarchiv Memmingen

Ulmer Straße 19
87700 Memmingen

Tel.: 08331/850-143
Fax: 08331/850-149

stadtarchiv@
memmingen.de

Öffnungszeiten

Der Lesesaal ist von Dienstag bis Donnerstag jeweils von 14 bis 17 Uhr oder nach vorheriger Vereinbarung geöffnet.

Bürosprechzeiten

Montags bis Freitags
8.00 - 12.00 Uhr

Seiteninhalt:

Historische Buchbestände des 17./18. Jahrhunderts in der Wissenschaftlichen Stadtbibliothek

Historischer Kern der Bibliothek ist die 1562 ins reichsstädtische Steuerhaus übernommene Büchersammlung des Antoniterpräzeptors Petrus Mitte de Caprariis, die als Bibliothek der Reichsstadt Memmingen einen theologischen, historischen und rechtlichen Sammlungsschwerpunkt erhielt.

Angaben über die Historischen Buchbestände (Handschriften und Inkunabeln, Bibliothek der Reichsstadt und der Seyfriedschen Stipendienstiftung) siehe: Handbuch der historischen Buchbestände in Deutschland, Bd. 12 Bayern I-R, Hildesheim / Zürich / New York 1996

Werke von Johann Georg Schelhorn d.Ä. und d.J.

Die Werke des evangelisch-lutherischen Theologen Johann Georg Schelhorn d.Ä. und seines Sohnes Johann Georg Schelnhorn d.J. sind herausragende Belege ihrer schriftstellerischen Tätigkeit und aufklärerischen Gelehrsamkeit. Beide waren als Pfarrer innerhalb des Territoriums der Reichsstadt Memmingen, schließlich als Pfarrer an der Hauptkirche St. Martin zugleich auch Betreuer der damaligen Stadtbibliothek im Pfarrhof (heute Antonierhaus), der heutigen Wissenschaftlichen Stadtbibliothek. Die "Sammlung geistlicher Lieder aus den Schriften der besten deutschen Dichter zur Beförderung der Haus-Andacht", herausgegeben von Johann Georg Schelhorn d.J. erschien 1772 im Verlag von Johann Christoph Diesel (Ururgroßvater von Rudolf Diesel). Ein Kupferstich von G.I. Hommel mit einer seltenen Ansicht der Reichsstadt Memmingen ziert das Vorsatzblatt der Sammlung.

Gesangbücher der Reichsstadt Memmingen

Der Alltag in der Reichsstadt Memmingen war stark von religiösen Inhalten und Gebräuchen geprägt; Predigten und Gottesdienste bildeten regelmäßige Bestandteile des bürgerlichen Wochenablaufes und boten Gelegenheit zu kirchenmusikalischen Aufführungen. Das ältestes Gesangbuch der Reichsstadt Memmingen stammt aus dem Jahr 1708. Im Laufe des Jahrhunderts wurde es mehrfach erweitert und neu aufgelegt. Das Gesangbuch, das nicht nur im Gottesdienst, sondern auch im Schulunterricht Verwendung fand, enthält nur Texte, keine Noten. Die Melodien wurden bereits in der Schule eingeübt. Im Vorsatz der 1760 bei Johann Valentin Mayer erschienenen Neuausgabe des Gesangbuches findet sich eine allegorische Darstellung (Anbetung des dreifaltigen Gottes), darunter eine Ansicht der Stadt Memmingen von Süden mit dem Kempter Tor im Vordergrund, dahinter St. Martin auf der linken, Kreuzherrn- und Frauenkirche auf der rechten Seite.

Liedersammlung des Christoph Rheineck

Christoph Rheineck, geb. 1748 in Memmingen, gest. 1797 in seiner Geburtsstadt, prägte als Gastwirt "zum weißen Ochsen", Komponist, Sänger und Instrumentalist das kulturelle Leben in der Reichsstadt Memmingen und im reichsstädtischen Collegium musicum. Neben einer Oper ("Rinald") und kirchen- und kammermusikalischen Werken stieß seine Liedersammlung auf große Resonanz (vgl. MGG-Beitrag von Johannes Hoyer mit Werkverzeichnis, Publikationen zur Musikgeschichte in den Materialien zur Memminger Stadtgeschichte).

Leichenpredigten und Leichengedichte

Gedruckte Leichenpredigten - entstanden als Teil einer protestantisch geprägten Bestattungskultur seit dem 16. Jahrhundert - dienten nicht nur der Erbauung der Hinterbliebenen, wurden nicht nur zu "Trost, Hoffnung und Stärkung des Glaubens" (Martin Luther 1519) gehalten. Sie enthalten auch Erzählungen vom Leben und Sterben derjenigen Personen, derer man gedachte, sind also eine Quelle für Personen- und Familienforschungen sowie medizingeschichtliche Untersuchungen.

Werke des Amendinger Kunstmalers Josef Madlener

Josef Madleners Werke finden sich in großer Zahl auf Postkarten oder in Zeitschriften publiziert. Besonders bekannt und beliebt waren seine Illustrationen für Weihnachtsbücher, darunter:

  • Die erste Weihnacht. Die Geschichte vom lieben Christkindlein, gemalt von Josef Madlener, geschrieben von Josef Minichthaler, Verlag Josef Müller1939
  • Das Christkind kommt. Ein Weihnachtsbuch für Kinder von 1 bis 80 Jahren, gemalt von Josef Madlener, geschrieben von Marga Müller, Verlag Josef Müller, München 1931
  • Uns hat vom Christkind geträumt. Eine Weihnachtsgeschichte. Erzählt von Anneliese S. Bergenthal. Gemalt von Josef Madlener, Verlag Josef Müller, München 1932
  • Das Josef-Madlener-Buch. Dichtungen und Vorwort von Margarete Seemann, Emil-Fink-Verlag, Stuttgart 1937
  • Das Buch vom Christkind. Von Josef Madlener mit Gedichten von Josef Steck, Verlag Josef Müller, München 1938