Kontext: Kriegsende in Schwaben

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Kriegsende in Schwaben 1945 (Ausstellung anlässlich 60 Jahre Kriegsende)

2005 gedachte man in ganz Deutschland des Endes des Zweiten Weltkrieges. Eine Zeit der Gewalt, des Unrechts und des Leidens ging zu Ende, für viele, vor allem für die Heimatvertriebenen, begann sie. Mit dem Einmarsch der Amerikaner und der Franzosen ab 22. April 1945 setzte die letzte Phase des Krieges in Schwaben ein, die mit der Einnahme Augsburgs am 28. April, Lindaus und des Oberallgäus am 30. April / 1. Mai endete.

Vom 21. Oktober bis 10. November 2005 war in der Rathaushalle Memmingen die Fotoausstellung der Bezirkheimatpflege Schwaben „Kriegsende in Schwaben 1945“ zu sehen (geöffnet von Montag bis Donnerstag 8-17 Uhr, Freitag 8-12 Uhr, Eintritt frei). Die Ausstellung verstand sich als Ergänzung der historischen Forschung, aber auch als eigenständiger Beitrag zur Geschichte des Kriegsendes. Im Zentrum standen dabei die letzten fünf Monate des Krieges. Auf 70 Tafeln wurden folgende Themen dargestellt:

  • Der Luftkrieg
  • Das letzte Aufgebot
  • Zwangsarbeiter und Konzentrationslager
  • Der Einmarsch der Amerikaner und Franzosen
  • Tod und Trauer
  • Alltag im Krieg
  • Augsburg nach den Luftangriffen
  • der Blick in Farbe

Zerstörte Städte, geschundene Internierte von Konzentrations-, Gefangenen- und Zwangsarbeiterlagern, Flüchtlinge, ausgebombte Schutzsuchende und letzte Morde der Standgerichte sowie bei Auflösung der Konzentrationslager stehen neben fast idyllisch anmutender Unversehrtheit in ländlichen Gegenden. Die Fotographien der Ausstellung stammen weitgehend aus ursprünglich privaten Sammlungen. Obwohl es seit dem 1. November 1942 verboten war, "durch Luftangriffe entstandene Schadensstellen" zu fotographieren, wurde dieser Bereich am häufigsten dokumentiert.

Zur Ausstellung ist eine Publikation erschienen, die im Rathaus erworben werden kann: Peter Fassl, Das Kriegsende in Schwaben 1945, 184 Seiten, mit 162 s/w- und 20 Farbabbildungen, Augsburg 2005 (ISBN 3-935438-52-4, Preis: 12,50 €). Weiterführende Informationen im Internet unter „www.bezirk-schwaben.de“.

In der Memminger Rathaushalle wurde die Wanderausstellung um Dokumente und Fotografien aus dem Stadtarchiv ergänzt, die konkrete Momente der Stadtgeschichte näher beleuchten (Reproduktionen).

  • Monatsbericht des Bürgermeisters der Stadt Memmingen (Schutzpolizei-Dienstabteilung) an den Landrat Memmingen für Februar 1945
  • Bericht der Schutzpolizeidienstabteilung Memmingen über die Alarmmeldungen am 20. April 1945 (Fliegerangriff auf Memmingen)
  • Bombenschäden im 2. Weltkrieg in Memmingen, Karte, gezeichnet von Otto Miller 1967
  • Bilder zerstörter Straßen und Gebäude nach dem Fliegerangriff am 20. April 1945 (Lindentorstraße, Gerberviertel, Salzstraße, Hinter dem Salzstadel, Blick vom Frauenkirchturm auf das Gerberviertel)
  • Notizen von Bürgermeister Dr. Heinrich Berndl, zur Unterbringung der UFA-Filmgesellschaft im April 1945
  • Aufforderung der anrückenden US-Truppen zur kampflosen Übergabe der Stadt Memmingen, 26. April 1945
  • Erklärung Memmingens zur Lazarettstadt durch Bürgermeister Dr. Heinrich Berndl, 26. April 1945
  • US Panzer am Weinmarkt (aus dem Photoalbum eines US-Soldaten)
  • Alliierte Fahnen am Memminger Rathaus, April/Mai 1945 (aus dem Photoalbum eines US-Soldaten)
  • Memminger Marktplatz Ende April 1945 (aus dem Photoalbum eines US-Soldaten)